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Neues in den IT-Grundschutzkatalogen.
Auf Basis der vom BSI jährlich durchgeführten Bedarfsabfrage bei registrierten Anwendern
wurden die IT-Grundschutzkataloge weiterentwickelt.
Die neuen Bausteine (in der Version 2006) befassen sich mit folgenden Themen:
- Sicherheit in SAP Systemen
Der Baustein B 5.13 SAP System fokussiert auf die Grundabsicherung von
SAP-basierten Applikationen für Geschäftsprozesse auf Ebene der
Basis-Administration. Hier werden die wichtigsten technischen Aspekte
genannt, die aus Sicht der IT-Sicherheit bei der Planung und beim
Einsatz von SAP Systemen zu beachten sind. Auf versionsbezogene
Unterschiede verzichtet der Baustein, so dass er für mySAP ERP Systeme
und für SAP R/3 Systeme eingesetzt werden kann. Auf die existierende
und sehr umfangreiche SAP Dokumentation wird im Baustein verwiesen.
Ziel des Bausteines ist es jedoch nicht, diese zu reproduzieren,
sondern empfohlene sicherheitsrelevante Vorgehensweisen und
beachtenswerte Besonderheiten darzustellen.
- Speichersysteme und Speichernetze
Thema des Bausteins B 3.303 Speichersysteme und Speichernetze sind
Systeme und Netze, die zentralisierten Speicher für Applikationen zur
Verfügung stellen. Der Baustein enthält Sicherheitsempfehlungen, die
bei der Planung und beim Einsatz von Storage Area Networks (SAN) und
Network Attached Storage (NAS) Systemen in der Organisation zu beachten
sind.
- Windows Server 2003
Der Baustein B 3.108 Windows Server 2003 ergänzt die Reihe von
Bausteinen, die sich mit dem sicheren Einsatz von
Windows-Betriebssystemen beschäftigen. Hier wird der Anwender auf
konzeptionelle Sicherheitsaspekte, aber auch auf
Sicherheitsempfehlungen zu konkreten Konfigurationseinstellungen
hingewiesen.
- Wireless LAN (WLAN)
Der Baustein B 4.6 WLAN behandelt den sicheren Einsatz von drahtlosen
Netzen, die auf dem Standard IEEE 802.11 und dessen Erweiterungen
basieren. Neben einem Überblick der Begrifflichkeiten bei WLANs werden
Empfehlungen für Verschlüsselungs- und Authentisierungsmechanismen
gegeben. Wichtige Teile sind die in der Planungsphase notwendige
Konzeption eines WLANs und die Auswahl des richtigen WLAN-Standards.
Darüber hinaus wurde auch an die Sensibilisierung und Schulung der
Mitarbeiter und an eine Betreuung eines WLANs durch externe
Dienstleister gedacht.
- Voice over IP (VoIP)
Der Baustein B 4.7 VoIP beschäftigt sich mit dem sicheren Einsatz von
VoIP in Netzen. Die in dem Baustein betrachteten Empfehlungen wirken
den Problemen, die bei der Telefonie über ein Datennetz entstehen
können, entgegen. Neben Grundlagen, wie einer Übersicht über die
verbreiteten Signalisierungs- und Medientransportprotokolle, werden
unter anderem Hinweise zur Integration von VoIP in vorhandene
Datennetze sowie zur Administration und Konfiguration von
VoIP-Komponenten gegeben.
Neue Maßnahmen und Gefährdungen
Außerdem sind verschiedene neue Maßnahmen und Gefährdungen aufgenommen
worden, bspw. zu den Themen
- Verletzung von Brandschottungen/Änderung von Brandlasten
- Einbeziehung des Brandschutzbeauftragten
in Baumaßnahmen
- Vermeidung elektrischer Zündquellen: Verwendung
unzureichender Steckdosenleisten, verstaubte Lüfter, etc.
- Sicherer
Einsatz virtueller IT-Systeme
- Umgang mit Ausnahmegenehmigungen
- Softwareentwicklung durch Endbenutzer
- Vertraulichkeitsvereinbarungen
- Einsatz zentraler, netzbasierter Authentisierungsdienste, z. B.
RADIUS-Server
Aktualisierung und Überarbeitung
Der Baustein B 5.7 Datenbanken wurde überarbeitet, um technische
Entwicklungen in den letzten Jahren zu berücksichtigen. So wurden die
betrachteten Datenbankmodelle um das Netzwerkdatenbankmodell und das
objektrelationale Datenbankmodell ergänzt. Auch der Datenbank-Zugriff
über mobile Endgeräte (Mobiltelefone und PDAs) findet in dem
aktualisierten Baustein Beachtung. Um Risiken durch SQL-Injections zu
reduzieren, bietet der Baustein eine dedizierte neue Maßnahme, die eine
Reihe von Sicherheitsempfehlungen hierzu vorstellt.
Darüber hinaus wurden zahlreiche einzelne Gefährdungen und Maßnahmen an
neue
technische Entwicklungen, neue Bedrohungsszenarien und neue
Entwicklungen in der IT-Sicherheit angepasst.
Weitere strukturelle Veränderungen wurden in der aktualisierten Ausgabe
der IT-Grundschutzkataloge nicht durchgeführt. Die Nummerierung bestehender Gefährdungen und
Maßnahmen blieb erhalten, sodass ein im Vorjahr auf Basis der
IT-Grundschutzkataloge erstelltes Sicherheitskonzept fortgeschrieben
werden kann. Es empfiehlt sich dennoch, die ausgewählten Maßnahmen bei
der Bearbeitung komplett zu lesen, um Ergänzungen berücksichtigen zu
können und um das Wissen zur IT-Sicherheit aufzufrischen.
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